Apotheker, mit einem Lebenslauf, um den mich andere beneidet haben. Und mit einem Alltag, der mir langsam die Energie für alles andere genommen hat.
Ich habe lange gedacht, der Arbeitgeber passt nicht. Oder mit mir stimmt etwas nicht.
Ich habe die Stelle mehrfach gewechselt. Kleine Dorfapotheke, Großstadtfiliale, familiäres Team, großer Filialverbund, sogar selbstständig als Vertretungsapotheker. Jedes Mal mit der Hoffnung, dass es diesmal besser wird.
Es wurde nicht besser.
Ich habe nach der falschen Lösung gesucht. Was sich nie geändert hat, waren die Arbeitsbedingungen selbst. Acht Stunden Kundenkontakt am Tag als introvertierter Mensch, kaum Autonomie, Notdienste, die mir die Nächte kosteten. Diese Dinge blieben bei jedem Arbeitgeber gleich. Mit jedem Wechsel wurde die Erschöpfung nur größer.
Erst als ich das verstanden hatte, wusste ich, wonach ich wirklich suchen musste.
Kein Aha-Moment, keine Erleuchtung im Urlaub. Eine lange Reihe von Sackgassen.
Gespräche mit Fachleuten aus Psychologie und Berufsberatung. Stellenanzeigen rauf und runter. Und immer wieder derselbe Reflex: erst nach der Lösung suchen, bevor ich das Problem überhaupt verstanden hatte.
Wirtschaftspsychologie im Fernstudium, parallel zum Job. Ich wollte verstehen, was Menschen bei der Arbeit wirklich Energie gibt, und warum wir oft viel zu lange an Situationen festhalten, die uns erkennbar nicht guttun.
Aus dem Studium wurde die Idee zu FREEXPECT. Frei von den Erwartungen anderer. 2024 habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich die Apotheke hinter mir lassen werde. Auch wirtschaftlich gerät die Apothekenbranche zunehmend unter Druck, viele Apotheken kämpfen ums Überleben.
Ich arbeite aktuell an genau dem, was ich mir damals selbst gewünscht hätte: schneller Klarheit finden, als ich es getan habe.
Stärken kannst du lernen. Ob dich eine Aufgabe mit Energie versorgt oder auslaugt, misst kein Stärkentest.
„Wann hast du dich zuletzt gut gefühlt“ bringt niemanden weiter, dem dazu ohnehin nichts einfällt. Und selbst mit einer Antwort bleibt die Frage: Was folgt daraus konkret?
Ich sage dir nicht, was du werden sollst. Wir klären, worauf es beim nächsten Schritt wirklich ankommt, damit sich nicht wiederholt, was dich diesmal ausgelaugt hat.
Ich helfe dir nicht beim Design deiner Bewerbungsmappe. Sie verschafft dir Zutritt durch die nächste Tür, aber hilft dir nicht bei dem, was dahinter auf dich wartet.
Um den Unterschied zwischen „Ich bin gerade müde“ und „So geht es auf Dauer nicht weiter“. Und darum, ehrlich einzuordnen, wo du gerade stehst.
Um die Frage, ob dich die Tätigkeit selbst erschöpft, die Bedingungen drumherum, oder beides zusammen.
Und um eine Entscheidung, die nicht mit einer Kündigung aus dem Affekt beginnt, sondern mit einem genauen Blick auf das, was dir tatsächlich Energie nimmt.
Dein bisheriger Weg war kein Fehler. Er ist nur noch nicht zu Ende.
Jeden Donnerstag ein Gedanke zu Arbeit, Erschöpfung und der Frage, was sich wirklich verändern muss. Kein Druck. Keine Verpflichtung.
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